ENTSTEHUNG DES SKI- & EISFASCHINGS

Jo Hammer, damals gerade 24 Jahre alt, war auf der Suche nach seinen Angehörigen, aus Köln kommend, über Dresden in dem Erzgebirgsstädtchen Geising sesshaft geworden. 

Dies war für die kulturelle Entwicklung der Stadt ein richtiger Glücksfall. Ältere Geisinger werden sich noch gern an die Thea­teraufführungen „Kater Lampe“, “Stülpner, Karl“ sowie „Robert und Bertram“ auf der rasch improvi­sierten Naturfreilichtbühne in der alten Kiesgrube hin­ter dem Sportplatz erinnern, in denen Jo Hammer Hauptdarsteller und Regisseur war. Da diese kleine Theatertruppe im Winter nicht auf ihrer Bühne spielen konnte, war es erneut Jo, der sich sagte: „Dann müssen wir eben den Menschen etwas Freude, Frohsinn und Heiterkeit in einem Saal darbie­ten“ und er wagte es mit „Karneval“, den er noch aus seiner Kölner Zeit in Erinnerung hatte.

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Die ersten Plakate wurden gemalt und die Leute strömten im Februar 1948 zu einer karnevalistischen Tanzveranstaltung in den Saal des Hotels „Stadt Dres­den“, das heute die Sparkasse beherbergt. In den Tanzpausen begeisterte man das Publikum mit selbst geschriebenen Sketchen und Jo übernahm mit seiner Frau Ilse die Regentschaft als Prinzenpaar in den Jahren 1948 bis 1952.
Der Geisinger Fasching war geboren!

Scheinbar fast mühelos führte Jo auf der Bühne als Ansager, Unterhalter, Spaßvogel, Prinz und bis zu sei­nem Tode im Jahre 2003 als Staatssekretär durch das Programm aller Faschingsveranstaltungen.
Seiner Arbeit ist es zu verdanken, dass der Geisinger Fasching bald über Stadt-, Kreis- und Landesgrenzen bekannt wurde und in den 60 Jahren ein immer grö­ßeres Publikum in seinen Bann zog. Dies gelang ihm durch „straffe Disziplin“ bei der Füh­rung der Bühnengruppen und des immer größer wer­denden Hofstaates.

Erfolgreich „begleitete“ er auch als Sprecher vor dem Hotel „Stadt Dresden“, dem Kino, der heutigen Spar­kasse und dem Rathaus die Umzüge, indem er zu jedem Bild einen passenden Spruch parat hatte. Und war Jo einmal verhindert, dann war es unser Faschingsfreund Heinz Schunke, der ihn auf der Bühne und auf­ der Straße erfolgreich vertrat.

  • 1952 zog man vom Hotel „Stadt Dresden“ in den Lei­tenhof, wo auch noch heute alle Prunksitzungen stattfinden.

In diesem Zeitraum kam man auch auf den Gedanken, Fasching mit Ski und Eis zu verbinden und dies wollte man am Faschingssonntag mit einem Umzug durch die Stadt tun.